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Entwicklung der Abfallgebühren im ZASO – Ursachen der Gebührensteigerung ab 2019
 
Für viele verbindet sich mit dem Begriff Abfallwirtschaft in erster Linie die Abfallabfuhr und die Abfallgebühren. Dass hinter der Bezeichnung Abfallwirtschaft noch weit mehr Themen- und Arbeitsbereiche stehen, wird oft übersehen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Abfallwirtschaft gehören:
 
- Einsammlung und Transport von Hausmüll, Sperrmüll, Altpapier, Schrott, Elektroaltgeräten, gefährlichen Abfällen
- Verwertung und Behandlung von Abfällen und Wertstoffen in verschiedenen eigenen und fremden Anlagen (z. B. Abfallbehandlungszentrum Wiewärthe Pößneck, Thermische Verwertungsanlage Schwarza, Thermische Verwertungsanlage Zorbau)
- Grünabfallsammelplätze und -entsorgung
- Bewirtschaftung von Wertstoffhöfen und Übergabestellen für Elektroaltgeräte
- Abfallberatung
- sowie Verwaltungsaufgaben
 
Der ZASO als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger hat die Kosten, die durch die Umsetzung seiner Aufgaben entstehen, per Gesetz zu 100 % aus Gebühren zu decken. Basis hierfür ist eine zu genehmigende Kalkulation. Der ZASO ist keine private Einrichtung. Der ZASO muss zwar kostendeckend arbeiten, jedoch nicht gewinnorientiert. Die Abfallgebühren waren im ZASO trotz vermehrter Dienstleistungen seit seiner Gründung im April 1994 nur gering angestiegen.

Gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz ist das Ziel, immer mehr Abfälle zu vermeiden. Wenn dies nicht möglich ist, sind sie wieder zu verwenden und zu verwerten. So konnte die Menge der erfassten und verwerteten Grünabfälle durch das gut ausgebaute Netz von Annahmeplätzen weiter gesteigert werden, was allerdings auch mit deutlich erhöhten Kosten verbunden ist, nicht zuletzt, weil der Gesetzgeber höhere Umweltstandards für Genehmigungen vorschreibt.

Das Netz der Wertstoffhöfe und Übergabestellen für Elektroaltgeräte wurde ausgebaut und soll weiter optimiert werden. Damit sollen künftig weitere Abfallarten getrennt erfasst und bürgerfreundliche Abgabemöglichkeiten erhalten werden. Mit dem so genannten Bringsystem an Wertstoffhöfen können die kostenintensiven Abholsysteme in dem überwiegend ländlichen Verbandsgebiet teilweise vermieden werden.

Verglichen mit anderen Entsorgungsgebieten kann dem ZASO ein umfassendes, qualitativ hochwertiges und engmaschiges Dienstleistungsangebot bescheinigt werden.Die Gründe für die erstmalig seit 1994 erhebliche Steigerung der Gebühren sind vielfältig:

- zum einen sind rechtliche und fachliche Anforderungen in vielen betroffenen Bereichen der Abfallwirtschaft angestiegen, z. B.:
  - Logistikkosten (LKW-Maut, Dieselkosten, usw.)
  - Gewährung von Mindestlohn auch in der Dienstleistungsbranche (Müllabfuhr, Verteilerkosten für Amtsblätter, …)
  - tarifliche Lohnerhöhungen
  - Mehraufwendungen für Nachsorge von mehr als 10 Altdeponien aufgrund geänderter rechtlicher Vorgaben
  - Einführung der elektronischen Rechnungslegung (Pflicht bis Ende 2019)
  - Anforderung des Landesrechenhofes, dass die Festgebühr der privaten Haushalte linear zu kalkulieren ist (Wegfall der Degression)
  - gestiegene Anforderungen aus Arbeitsschutz und Arbeitsrecht
  - höhere Verwaltungskosten, u. a. wegen der Umsetzung der EU-Datenschutzanforderungen
     
-   Erhöhung der prognostizierten Aufwendungen/Kosten in vielen Bereichen:
  - angestiegene Entsorgungskosten für Abfälle
  - zusätzliche Kosten für die Verwertung von Stoffströmen aus der Mechanisch-Biologischen-Restabfallbehandlungsanlage
  - nach Ausschreibung der meisten Entsorgungsverträge und öffentlicher Neuausschreibung dieser Dienstleistungen in 2017/2018 für die nächsten Jahre, teilweise erhebliche Kostensteigerungen resultierend zum einen aus bereits genannten allgemeinen rechtlichen Vorgaben, aber auch wegen dem Mengenanstieg erfasster Wertstoffe (z. B. Wegfall der Brenntage für Grünabfall), zum anderen wegen der aktuellen Entwicklung der Marktsituation in Richtung Monopolisierung; d. h. oftmals steht nur noch ein Bieter für eine Dienstleistung zur Verfügung (z. B. Verteilung von Amtsblättern)
 
Oberstes Ziel der Arbeit des ZASO ist weiterhin, die „Gratwanderung“ zwischen höchstmöglichem Leistungsangebot und vertretbarer Gebührenhöhe zu bestehen. Um die gesetzliche Aufgabe der Daseinsvorsorge im Bereich Abfallwirtschaft zu erfüllen, werden alle Anstrengungen unternommen, um weitere Kostensteigerungen für die Leistungserfüllung zu vermeiden.
     
 -   Merkblatt zur Gewerbeabfallverordnung
     
 -   Hinweisblatt zum Datenschutz

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Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla (ZASO) * Wohlfarthstraße 7 * 07381 Pößneck

Telefon: (0 36 47) 44 17-0 * Telefax: (0 36 47) 44 17-44 * Email: zaso.info@t-online.de